Du musst lernen, dich selbst zu retten. Dich selbst abzuholen.
Dir selbst die Hand zu halten.
Dir selbst zu vertrauen.
Trage selbst die Wasserkisten und
lerne die Waschmaschine zu reparieren.
Dir selbst vorzulesen.
Die Guten auszulesen,
und die Schlechten ins Kröpfchen zu legen.
Und glaube dir selbst.
Glaube,
an dich. An das Gute. An die Liebe. Du taumelst. Siehst du es nicht? Dein Verstand sagt: „Komm’, los, spring‘, leide nicht!“
Und dein Herz hält sich seinen schmerzenden Kopf und braucht noch eine Aspirin. Es sieht alles noch vernebelt.
Es kommt noch nicht ganz klar, hinkt noch hinterher.Die ganzen Veränderungen. Sie pochen noch. Herz und Kopf und der Kopf im Herz und das Herz im Kopf. Alles geht durcheinander.
Sag doch nicht so oft: „Es war einmal“, anstatt zu sagen „es ist gerade“, Großstadtmädchen. Und vergiss’ doch mal die Angst vor dem „es wird (nicht) sein.“
Konzentriere dich. Streue jeden Tag deine eigenen Brotkrumen auf den Weg und folge deiner eigenen Spur. Manch einer wird sie vielleicht auch appetitlich finden.
Und dann lass wieder dein Haar herunter.
Lass immer dein Haar herunter. Verschließe dich nicht im Turm, sondern strecke deine Hand aus, zieh die Siebenmeilenstiefel an und wage zu lieben, geliebt zu werden und vor allem und überhaupt: Lerne, dir selbst zu verzeihen.
Zieh‘ weiter Großstadtmädchen.
Es wird niemand kommen, um dich zu retten, Großstadtmädchen.
Aber gestorben bist du auch noch nicht.
