Wie viele Fragen stellen Sie sich an einem normalen Tag? Und welche Art von Fragen? Bestehen Ihre Sorgen im Grunde nur aus: „Hab ich den Herd ausgemacht?“ Oder: „Was steht für heute noch auf meiner To-do-Liste?“ Wie oft ist unter all den alltäglichen Dingen, die zu bewältigen sind aber die Frage, ob Sie glücklich sind oder die simpelste aller Fragen: „Warum?“
Im Zuge des Älterwerdens stapeln sich Pflichten und Erwartungen auf, die wir uns selbst auferlegen oder welche die Gesellschaft gerne von uns erfüllt sehen würde. Abschluss, Studium, Ausbildung, Job, Familie, Freundschaften. Sozialer Stress und „Erwachsensein“ zwingen uns, uns immer weniger zu wundern und zu fragen: „Wieso?“
Wir werden in diese Welt gesetzt ohne jegliche Art von vorangegangenem Bewusstsein, geschweige denn, ohne dass uns jemand gefragt hat, auf welchem Kontinent, in welcher Kultur, mit welchen Prägungen und in welche Familie wir geboren werden, und dennoch nehmen wir im Anschluss an unsere Geburt die Rolle ein, die uns von all diesen Faktoren der Gesellschaft, in der wir leben, oktroyiert wird. Bildung, Erziehung, (Arbeits-)Platz in der sozialen Entität sind Gestalter, die uns durch das Leben lenken. Freier Wille? Oft Fehlanzeige.
Noch viel schlimmer ist aber: Freidenker und Neuerleber, Hinterfrager und Über-den-Horizont-Streber gelten als anstrengend, als Aus-der-Reihe-Tänzer oder schlicht als „links“. Weil sie sich nie mit dem Ist-Zustand zufrieden geben. Weil sie oft unbequem werden und den gerade noch säuberlich sortierten Alltag, in dem die größte Sorge das noch nicht abbezahlte Sofa ist, auf den Kopf stellen. Sie passen nicht gut rein in das, was wir Alltag nennen. Aber dennoch verdanken wir meist ihnen die größten Erkenntnisse unserer Zeit.
Aufgrund alldessen: Fragen Sie sich wieder mehr selbst! Seien Sie neugierig! Finden Sie sich nicht ab! The quest is questioning.
