Der feine Unterschied – Teil I. Oder: Warum Männer Hobbys haben.

Aus meiner zugegebenermaßen noch jungen Perspektive auf Beziehungen jeglicher Art bin ich in den letzten, sagen wir, acht Jahren dennoch durch einige bestechenden Beobachtungen und Erlebnissen zu Konklusionen gekommen, die mich mal aufbrausen und mal schmunzeln, mal in voller Verwirrung zurück oder ob der Unterschiedlichkeit zwischen Mann und Frau Kreise um die Alster ziehen lassen. Heute das erste Phänomen aus dieser Reihe:

Männer haben Hobbys.

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Während so manche Frau ihren Konkurrenzkampfdrang in ihrer Freizeit lieber subtil, aber hinterhältig, in Lästereien darüber rauslässt, wer die seidigeren Haare, die schlankste Figur oder das größte Beziehungsproblem hat, brauchen Männer etwas Handfesteres: Sie müssen sich messen. Sie müssen Beweise vorlegen können, dass sie gut in etwas sind. Lieber aber natürlich, dass sie der Beste darin sind. Zusätzlich zum Job. Als Ausgleich. Als „Uggah! Uggah!“ im Privatleben. Zuvor müssen natürlich entscheidende Punkte wie attraktive Partnerin und Erfolg im Beruf abgehakt werden. Ist dies erledigt, herrscht folgende Prioritätenliste bezogen auf die Zeitverteilung:

1. Beruf. 50 – 70 Prozent. („Ich kann nicht telefonieren, wichtiger Anruf vom Boss!“ Oder: „Ich muss  nur noch die E-Mail an XY rausschicken.).

2. Hobby. 30 – 40 Prozent. Kann variieren. Ob Fußball („Schatz, ich bin über das Wochenende in Kaiserslautern beim Auswärtsspiel.“ Oder: „Bayern spielt!“), Musik („Ich bin dann mal beim Festival.“ Gerne auch: „Heute ist Probe“), oder Wein (schier endlose Gespräche über Bouquets und Schmelz, Abgang und Jahrgänge). Es spielt keine Rolle. Setzen Sie hier gerne einfach das Hobbys Ihres Partners ein (Rennsport, Technik, Modelleisenbahn oder Politik), es werden sich ähnliche Aussagen finden. Hauptsache dabei ist: viel, lang, ausgiebig und des Öfteren in Rage darüber sprechen können. Am besten mit anderen Fanatikern (Mann muss sich schließlich beweisen) oder in Abwechslung gerne auch in Monologen über dieses Thema mit der Partnerin.  Über die Kosten, die für das Hobby draufgehen, sprechen wir an dieser Stelle also nicht einmal.

3. Alles andere. 10 Prozent.

Ich höre schon beim Schreiben dieser Zeilen den Aufschrei der männlichen Leserschaft, welcher auch gerne als vermeintliches Totschlagargument in Beziehungsdiskussionen über diese Verteilung angeführt wird: „Warum unterstützt du meine Leidenschaft nicht? Sei doch stolz darauf, dass ich auch in meiner Freizeit so engagiert für ein Thema bin!“

Lasst euch sagen, liebe Männer, wir unterstützen euch sehr. Wahrscheinlich sogar viel mehr als Ihr es merkt. Wir interessieren uns und finden es manchmal sogar sexy (ausgenommen von Fußballfanatismus, ganz ehrlich: was soll das? Außer, Ihr spielt selbst, dann sieht es schon wieder anders aus), wenn Ihr euch engagiert und eine Leidenschaft habt. Aber warum müsst Ihr das immer im Extrem betreiben? Wo ist der Spaß? Warum müsst Ihr der Beste sein? Und am wichtigsten: Wo bleibt die Vielseitigkeit? In Gesprächen und in der Freizeit? Abwechslung ist das Schlüsselwort. Sonst wird es laaaaaangweilig. Und gelangweilte Frauen sind nicht angenehm, das habt Ihr sicherlich schon zu Spüren bekommen. Überdenkt noch mal eure Verteilung und eure Prioritätensetzung. Dann müssen wir alle weniger Kreise um die Alster ziehen.

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